DFO Reflektionen - Q2 2022

Aufgrund der sehr schlechten Entwicklung im ersten Quartal bin ich davon ausgegangen, dass wir im zweiten Quartal eine Besserung erleben würden. Das ist leider nicht eingetreten. Stattdessen mussten wir eine weitere Runde von Kursrückgängen in allen relevanten Anlageklassen erleben.

Interessanterweise waren die Verluste an den globalen Staatsanleihemärkten im zweiten Quartal ebenfalls ausgeprägter als an den breit gestreuten globalen Aktienmärkten. Dies ist ein sehr seltenes Ereignis, da Staatsanleihen in erster Linie als Portfoliostabilisator dienen. Staatsanleihen bewegen sich nur dann sehr stark, wenn es zu unerwarteten Änderungen des Preisniveaus kommt. Dies ist derzeit der Fall und war seit den 1970er Jahren nicht mehr der Fall. Anhaltend hohe Inflationsraten machen eine Anpassung der Anleihekurse notwendig, da Anleiheinvestoren für gestiegene Inflationsrisiken entschädigt werden wollen und Anleihen auf dem Sekundärmarkt (bereits emittierte Anleihen) nur zu niedrigeren Kursen kaufen wollen. (Steigende Preise führen zu steigenden Kapitalmarktzinsen. Steigende Zinsen führen zu sinkenden Preisen für Anleihen auf dem Sekundärmarkt, da neu emittierte Anleihen mit höheren Zinssätzen versehen sind. Bei einer 10-jährigen Staatsanleihe führt ein Anstieg der Zinssätze um 1 Prozentpunkt zu einem Kursrückgang von etwa 7 %).

Inzwischen sind alle Zentralbanken der Welt damit beschäftigt, die Inflation zu bekämpfen und die Leitzinsen anzuheben. Selbst die EZB plant fest, ihren Referenzzinssatz anzuheben und das fragwürdige Projekt negativer Zinssätze zu begraben.

Die Kapitalmärkte haben einen Großteil der Maßnahmen der Zentralbank bereits vorweggenommen, da wir seit Monaten steigende Kapitalmarktzinsen und deren Auswirkungen auf die Wirtschaft beobachten (z. B. steigende Hypothekenzinsen, steigende Refinanzierungskosten für Unternehmen). Dadurch hat sich das Bild der Anleger verändert

von der "Angst vor der Rezession" zur "Angst vor der Inflation", wie man an den Zinssätzen für langlaufende Staatsanleihen sehen kann. Die 10-jährigen US-Staatsanleihen sind von ihren jüngsten Höchstständen um 3,25 % bereits deutlich zurückgegangen, da erwartet wird, dass die Inflationsraten aufgrund einer erwarteten Rezession in Zukunft sinken werden.

Rezessionen gehen in der Regel mit einem Nachfragerückgang einher, der wiederum zu schwächeren Preisen führt. Es könnte gut sein, dass wir bald den Höhepunkt des Preisanstiegs erleben werden, der sich aus dem starken Anstieg der Zinssätze in diesem Jahr ergibt.

Bei aller Enttäuschung über die erheblichen buchhalterischen Verluste in unseren Portfolios ist nun festzustellen, dass wir für globale Aktien Bewertungsniveaus erreicht haben, die nach histo- rischen Maßstäben sehr attraktiv sind und in der Vergangenheit zu guten langfristigen Ergebnissen geführt haben (Aktienprämien von 7 bis 10 % für breit gestreute globale Indizes, mehr als 6 % Aktienrisikoprämie für globale Qualitätsfaktor-Indizes). Dies ist wahrscheinlich der Grund, warum sich global diversifizierte Aktienindizes im Vergleich zu den globalen Anleihemärkten relativ gut halten. Alle beliebten globalen Indizes der MSCI-Familie haben Kursniveaus erreicht, die denen vor Covid" entsprechen. Alle Gewinne vom Februar 2020 sind verloren gegangen. Das macht deutlich, dass wir einen großen Teil der Kurskorrektur bereits hinter uns haben dürften.

Auf den globalen Anleihemärkten, mit Ausnahme des Eurogebiets, sind Bewertungen erreicht worden, die langfristigen Anlegern einen Inflationsausgleich bieten können. Dabei wird davon ausgegangen, dass die langfristigen Inflationsraten 2,5 bis 3 % nicht überschreiten werden. (In den letzten 30 Jahren lag die durchschnittliche Inflation knapp unter 2 % p. a.) Im Euro-Gebiet können wir wieder positive Zinssätze erleben, so dass die Ära der negativen Zinssätze und Einlagenstrafen zu Ende geht. Dennoch bieten deutsche Staatsanleihen mit 0,5 bis 1,5 % noch keine Zinsen, die die Inflation ausgleichen würden. Daher würden wir solche Anleihen nur in Kombination mit breit gestreuten Aktienanlagen und im Rahmen unseres FairHorizon-Konzepts kaufen.

Das Family Office PTE LTD (DFO) stützt sich auf ein bewährtes und breit gefächertes
sifizierten Investitionsansatz durch speziell entwickelte FairHorizons,
die Portfoliolösungen und bewährte Anlagekomponenten nutzen
unter Anpassung an den jeweiligen Investitionshorizont und Cashflow
Bedürfnisse eines Anlegers: je länger der jeweilige Anlagehorizont
eines Anlegers, desto höher sollte der empfohlene Risikoanteil (Aktienanteil) sein. Umgekehrt sollten Risiken und starke Kursschwankungen vermieden werden, wenn ein kurzfristiger Anlagehorizont angestrebt wird und die Liquidität hoch gehalten werden soll.

Als unabhängiger Berater, der ausschließlich von seinen Kunden vergütet und von der MAS reguliert wird, konzentrieren wir uns auf eine umfassende Aufklärung der Anleger und erhalten keine Provisionen oder versteckten Gebühren von Fondsgesellschaften oder anderen Produktanbietern.

Wenn Sie noch nicht auf Das Family Office PTE LTD (DFO) aufmerksam geworden sind, laden wir Sie ein, unsere Website www.dfo.sg zu besuchen und uns unter [email protected] zu kontaktieren.

Viel Spaß beim Stöbern in den verschiedenen Daten und Darstellungen der Anlagemodule und Referenzportfolios.