DFO Reflektionen - Q4 2022

Das letzte Quartal wie auch das Jahr haben der Wirtschaft erheblichen Schaden zugefügt.
unsere Sicherheitsbausteine. Vor allem die Bausteine, die in europäische Staats- und Unternehmensanleihen investieren, haben weitere Papierverluste erlitten, weil die EZB deutlich gemacht hat, dass sie mit ihrer Zinserhöhungskampagne noch nicht am Ende ist.
Dies ist sehr frustrierend, da Sicherheitsbausteine normalerweise für Stabilität in einem Portfolio stehen und die stark schwankenden Renditebausteine ausgleichen sollen.
2022 war eindeutig das Jahr der schnellen Zinserhöhungen, auf die der Finanzmarkt nicht vorbereitet war. Das Jahr 2022 kann aber auch als das Jahr angesehen werden, das die lang anhaltende, unnatürliche Situation negativer Zinsen, insbesondere für europäische Staatsanleihen, beendete und die Rückkehr zu einem normaleren Zinsniveau einleitete.
Nach langem Warten erhalten die Sparer wieder Zinssätze, die die Inflation annähernd ausgleichen.
Dieser "Neustart" erfolgte sehr schnell und abrupt, weshalb wir bei Anleihen Papierverluste hinnehmen mussten, die häufig über denen von breit gestreuten Aktienindizes lagen.
Die Papierverluste sind am höchsten bei Anleihen mit langer Laufzeit, gefolgt von Anleihen mit mittlerer Laufzeit und am geringsten bei Staatsanleihen mit sehr kurzer Laufzeit.
Ähnliche Entwicklungen waren in der Geschichte sehr selten, weshalb Anleihesparer nicht das Handtuch werfen sollten; Sicherheitskomponenten haben immer noch ihren berechtigten Platz in einem gut konzipierten Portfolio.

Spezifische Lektionen von 2022:

  1. Auch Anleihen sind von Volatilität und Preisanpassungen betroffen und sollten daher nur gekauft werden, wenn sie eine inflationskompensierende Bewertung aufweisen. Dies war lange Zeit nicht der Fall, weshalb Das Family Office immer wieder darauf hingewiesen hat, dass der Kauf von Sicherheitsbausteinen (Anleihen) nur in Kombination mit dem Kauf von Renditebausteinen (Aktien) erfolgen sollte. Ein Minimum von 20 bis 30 %-Renditebausteinen sollte in jedem Fall berücksichtigt werden. Alternativ enthalten unsere Standardsicherheitsbausteine 'Portfolio 2' und 'Portfolio 3' immer eine Aktienquote von 20 % bzw. 40 %. Da die globalen Rentenmärkte inzwischen wieder Realzinsen bieten, die die langfristigen Inflationserwartungen weitgehend ausgleichen können, halten wir das Risiko weiterer Verluste bei den Sicherheitsbausteinen für überschaubar.
  2. Die Anleihemärkte haben ein "Blutbad" erlebt, das in dieser Form normalerweise nicht vorkommt und nun zu Anleihekursen geführt hat, die einen erheblichen Inflationsausgleich bieten dürften. Daher sollten sich die Anleger jetzt nicht von ihren Anleihebausteinen verabschieden. Der starke Zinsanstieg wird die Kurse stützen.

Etwaige Verluste bei den Papieren dürften in einigen Quartalen wieder aufgeholt werden. Im Falle von Bausteinen, die mittel- und langfristige

Anleihen erwarten wir eine längere Erholungsphase, die leider etwa 3-4 Jahre dauern könnte.

Der systematische Charakter von Anleihenindizes (Anleihen mit niedrigen Zinsen werden bei Fälligkeit gegen Anleihen mit hohen Zinsen ausgetauscht) führt jedoch unweigerlich zu einem Ausgleich der Papierverluste. Unter diesem Gesichtspunkt raten wir nicht zum Verkauf der Sicherheitskomponenten, es sei denn, es besteht die Notwendigkeit einer allgemeinen Strategieänderung.

Eine wichtige Lehre für sicherheitsorientierte Anleger sollte vor allem sein, sich zu trauen, langfristig nicht benötigtes Geld in Renditebausteine mit breit gestreuten Qualitätsaktien zu investieren. Diese haben sich in den letzten 5 und 10 Jahren deutlich besser entwickelt als Sicherheitsbausteine und konnten immer die Inflation schlagen.

Sicherheitsbauteile mit Papierverlusten sollten jedoch jetzt nicht verkauft werden, da sie sich sehr wahrscheinlich bald erholen werden und immer noch eine gute Ergänzung zu den Rückgabebauteilen darstellen.

Nur wenn der gewählte Anlagehorizont zu kurz war, sollten Sicherheitsbausteine gegen Renditebausteine ausgetauscht werden!

Die von uns vielfach angepriesenen Standardportfolio-Bausteine Portfolio 2 und Portfolio 3 haben sich im Vergleich zu reinen Anleihen-Bausteinen recht gut gehalten und dürften sich auch schneller erholen.

Viele unserer Kunden halten diese Bausteine in ihren Portfolios und können sich jetzt in einem horrenden Marktumfeld als relative Gewinner fühlen.